Westafrikanische Zwergbuntbarsche
Purpuprachtbuntbarsch (Pelvicachromis pulcher)

Mit diesen Buntbarschen hatte ich meinen ersten Kontakt vor ca.13 Jahren als ich mit der Aquaristik begann. Diese recht bunten und friedlichen Barsche kann man schon als Pärchen in einem Becken mit der Mindestlänge von 80 cm halten, ohne dass Sie die anderen Mitbewohner durch Ihr Brutverhalten stören. Das Becken sollte mit einigen Pflanzen bestückt sein und kleinen Wurzeln würden auch nicht schaden. Doch am wichtigsten sind kleine Höhlen die an etwas ruhigen Stellen im Aquarium platziert werden sollten. Als Futter können Sie normales Flockenfutter verfüttern, doch ab und zu gönnen Sie Ihren Tieren auch etwas Lebendfutter, dass Sie in so ziemlich jedem Zoofachhandel als gefrorene Tafeln bekommen. Ihre Tiere werden es Ihnen danken durch deren besseres wohlbefinden.

Die Geschlechter sind auch relativ gut zu
unterscheiden siehe beigefügte Fotos (oben befindet sich das Männchen und im
unteren Bild ein Weibchen). Die Weibchen entwickeln eine purpurrote Bauchpartie,
durch die sie auch Ihren Namen bekommen haben, um damit die Männchen zu
beschwichtigen. Dieses Schauspiel werden Sie öfters beim beobachten der Tiere
sehen. Wenn das Weibchen das Männchen erblickt, dann fängt diese an zu zittern
und sich zu krümmen indem es seinen Bauch, der durch dieses krümmen dicker wirkt
und einen mit Laich gefülltem Bauch simuliert der somit das Männchen täuscht. Die Tiere
sind bei ihrer Partnerwahl recht anspruchslos und so können Sie beim Kauf eines
Paares eigentlich nichts falsch machen.
Doch wenn das Paar zueinander gefunden hat und Ihm auch eine Höhle zusagt, fängt das Weibchen auch schon an, die in der Höhle liegenden Steine vor den Eingang zu transportieren um den Eingang so klein wie möglich zu halten. Oft kommt es vor das Weibchen im Übereifer den Höhleneingang so klein machen, dass Sie selbst kaum oder das Männchen nicht mehr hineinpassen. Das Weibchen legt auf die Höhlendecke ca. 50 Eier, die durch das bewegen der Brustflossen immer mit Frischwasser versorgt werden. In dieser Zeit sieht man das Weibchen so gut wie nie, nur das Männchen steht voll entschlossen sein Revier zu verteidigen vor der Höhle und bewacht diese. Nach etwa 10 Tagen kommt das Weibchen mit seiner Jungfischschar durch den Höhleneingang ins Freie.
An den ersten Tagen liegen die Kleinen mehr im Kies als Sie schwimmen oder verbringen einen Großteil des Tages in ihrer Höhle. Nach einigen Tagen jedoch macht die junge Familie ihre ersten Ausflüge im Aquarium um Futter für die Jungen zu suchen. Als Futter können Sie halbe Tabletten verfüttern, die Sie am besten in die Nähe der Jungen schmeißen, damit diese sie auch finden. Bei jeder Gefahr die das Weibchen vermutet, fängt diese sofort an zu zucken und die Jungen lassen sich sofort zu Boden fallen. Die Männchen beteiligen sich eher passiv an der Jungenbetreuung, doch falls sie doch mal ran müssen, stehen Sie meistens hilflos im Jungfischschwarm und zucken permanent. Das weitere Aufziehen der Jungen verläuft meistens ohne nennenswerte Vorkommnisse, somit ist auch das meiste über die Haltung, Ernährung und Fortpflanzung gesagt worden.