Skalarzucht
Als ich mir vor einigen Jahren auf einer Zierfischbörse, die in
unserer Region öfters veranstaltet werden einige junge Skalare erwarb, konnte
noch keiner wissen das ich diesen Tieren verfallen werde. Die 5 Jungtiere
entwickelten sich prima und nach etwa 1/2 Jahr bildete sich ein Paar, dass auf einem
Blatt einer Schwertpflanze seine Eier ablegte.
Das Paar verteidigte ohne Furcht sein kleines Revier, da in dem Zentrum das Blatt mit den Eiern lag. Doch am nächsten Morgen waren alle Eier verschwunden und es kehrte wieder ruhe in das Becken ein. Nach etwa 10 Tagen wiederholte sich das ganze und das Paar laichte erneut auf einem Blatt ab. Doch am nächsten Morgen waren wieder alle Eier weg.
Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass die im Aquarium lebenden Welse über Nacht die Eier vom Blatt fraßen und ließ nach dem Ablaichen die Beleuchtung an. Doch auch nach mehreren Versuchen über einige Nächte, waren stets die Eier am nächsten Morgen verschwunden. Zu diesem Zeitpunkt war ich am ende meines Lateins angekommen und durch den Frust der letzten Monate hätte ich beinahe aufgegeben.
Doch das Glück meinte es gut mit mir, denn durch einen
Arbeitskollegen lernte ich jemanden kennen, der vor einem Jahr genau die gleichen
Probleme hatte wie ich. Er erzählte mir, dass meine Skalare selbst ihre Eier
auffressen und ich nur Nachwuchs erhalten würde wenn ich die Eier künstlich aufziehen würde.
Die Anleitung die er mir gab war so einfach, dass ich sie nicht so ernst nahm. Doch beim ersten Versuch brachte ich ca. 50 Jungskalare durch. Und weil dies so gut geklappt hat erläutere ich sie jetzt.
Zuchtanleitung
Sobald das Paar seine Eier auf einem Blatt abgelegt hat schneide ich dieses ab und gebe es in ein Plastikbecken mit den Maßen 30cm x 20cm x 20cm dieses ich zuvor zu ¾ mit Aquarienwasser gefüllt habe. Bei dieser Menge von Wasser schwimmt das Plastikbecken im Aquarium ohne unterzugehen. Man kann auch ein Glasbecken benützen doch dieses wird nicht so gut im Aquarium schwimmen und man muss es außerhalb aufstellen und separat beheizen. Als nächstes wird ein Belüftungsstein in das Plastikbecken hineingelegt um genügend Sauerstoff zu produzieren.
So nun kommt das wichtigste an der ganzen Sache. Ich gebe von einer Breitbandmedizin Namens esha 2000 dieses man in so ziemlich jedem Zoofachgeschäft erwerben kann 10 Tropfen in das Plastikbecken hinein. Dieses sorgt dafür, dass die befruchteten Eier nicht durch Pilzbefall zerstört werden.
Nun warten Sie
etwa 48 Std.- 60 Std. (je nach Wassertemperatur) bis sich die Larven aus ihren Eischalen befreit haben und als Traube irgendwo im Plastikbecken hängen. Nach
weiteren 96 Stunden fange ich an, mein Futter für die Kleinen vorzubereiten. Als
erste Nahrung bekommen die Jungtiere frischgeschlüpfte Artemianauplien, die man
in guten Zoofachgeschäften als Langzeiteier erwerben kann. Eine genaue
Schlupfanleitung
und den Bau eines Schlupfgerätes
finden Sie im Bereich Artemia, oder folgen diesem Link. In einigen Büchern habe ich gelesen, dass frischgeschlüpfte Artemianauplien zu groß für die jungen Skalare seien und
verhungern würden da sie die Krebse nicht fressen könnten. Doch diese Angaben
kann ich nicht bestätigen, denn sobald die jungen Skalare die im Wasser hüpfenden
Artemianauplien sehen, stürzen sie sich drauf und beginnen sofort sie zu fressen.
Dieses sieht man am orange gefärbten Bauch der Jungtiere.

Nach jeder Fütterung der jungen Skalare empfehle ich einen Wasserwechsel vorzunehmen, da die Artemianauplien nur etwa 2 Stunden im Süßwasser überleben und danach Absterben und das Wasser verderben.
So nach ca. 160 Std. bis 180 Std. nach dem Ablaichen schwimmen die kleinen Larven im Becken und können wie oben sofort mit Artemianauplien gefüttert werden. Ich habe auch schon anderes Futter vom Staubfutter bis Flüssigfutter ausprobiert, doch der Erfolg war eher schlecht als recht. Wenn Sie die jungen Skalare so wie beschrieben schon eine Woche gepflegt haben, können Sie diese nun in ein größeres Becken umsetzen um ein schnelleres heranwachsen zu gewährleisten. Nun können Sie auch einen Schwammbetriebenen Filter verwenden der aber so fein sein sollte, dass die Jungen nicht eingesaugt werden können.
Wenn Sie alles so befolgt haben wie ich es niedergeschrieben habe kann nichts mehr schief gehen und bald werden Sie sich über den ersten Nachwuchs freuen, der bei Ihnen im Aquarium herumschwimmt.
Durch diese Methode habe ich auch meine ersten Erfahrungen mit der Zucht von Skalaren gemacht, doch mittlerweile bin ich froh das ich 2 Paare habe die sich fürsorglich um Ihren Nachwuchs kümmern und ich nicht mehr diesen Aufwand betreiben muss.